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Epilepsie bei Dalmatinern - Eine Projekt im Rahmen der genetischen Forschungsstudien bei Hunden in Finnland

 

Epilepsie bei Dalmatiner-Hunden

Einige finnische Dalmatiner-Besitzer/Züchter sind den vielen offiziellen Aufrufen in finnischen Medien gefolgt und haben Blut von ihren erkrankten Hunden an Dr. Hannes Lohi geschickt bzw. ihn über ihre Fälle von Epilepsie informiert.

Der Amerikanische Dalmatinerklub hat im Rahmen eines großen US- Epilepsieprojektes an der Universität Missouri bereits Blutproben und Stammtafeln von erkrankten Dalmatinern gesammelt, welche Dr. Lohi zur Verfügung stehen.


Beim Betrachten des Ahnentafelnetzes von finnischen und amerikanischen Dalmatinern, diagnostiziert mit idiopatischer Epilepsie, bekam Dr. Hannes Lohi folgenden ersten Eindruck:

"In Finnland gibt es Dalmatiner-Hunde, welche an idiopathischer Epilepsie erkrankt sind. In anderen Ländern ist die Situation identisch. Einige Dalmatiner-Besitzer haben mich über das Problem in der Rasse informiert und Blut ihrer erkrankten Hunde zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. Sollten wir jetzt noch mehr Proben bekommen, dann glaube ich, dass wir wirklich das Dalmatiner-Epilepsie-Gen, oder die Dalmatiner-Epilepsie-Gene identifizieren und einen Gentest entwickeln können. So könnten wir diese Krankheit in dieser Rasse auslöschen. Das erste Mal in der Geschichte der Genetik stehen uns technische Methoden zur Verfügung, solche Projekte in Hunderassen durchzuführen.

Um das Gen identifizieren zu können (von der Genlokalisierung bis zur Entwicklung eines Gentestes) brauchen wir 50 Blutproben von Hunden, die an idiopatischer Epilepsie erkrankt sind (plus Blutproben von den Eltern und mind. einem Wurfgeschwister), sowie 50 Proben von gesunden Hunden* (Kontrollproben). Aus den USA und Finnland stehen uns Proben von erkrankten Hunden zu Verfügung, und deshalb brauchen wir weitere von erkrankten Hunden und ihren nicht erkrankten Wurfgeschwistern und Eltern.

An Hand der vorliegenden Ahnentafel-Daten aus den USA und aus Finnland sieht es so aus, als basiere die Epilepsie in Dalmatinern auf einem einfachen genetischen Hintergrund. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich nur um ein rezessives Gen oder um zwei dominante Gene handelt und diese sollten einfach auffindbar sein.

Bisher sind keine guten klinischen Studien in Dalmatinern durchgeführt worden, aber nach den Aussagen von Dalmatinerbesitzern in Finnland und in den USA kann man entnehmen, dass der Zeitpunkt der Erkrankung sehr stark variiert und sich von dem in anderen Rassen deutlich unterscheidet. Dalmatiner können in einer Zeitspanne von 14 Wochen bis hin zu 8 Jahren an idiopatischer Epilepsie erkranken. Dies macht es so schwer, diese Krankheit in dieser Rasse zu bekämpfen. Züchter können sich nicht auf den Zeitpunkt der Erkrankung verlassen, um darauf hin auf die Ursache der Epilepsie schließen zu können und kein Züchter kann sich sicher sein, ob er mit einem Träger züchtet oder nicht. Es ist vorgekommen, dass Hunde erkrankten, lange nachdem ihre Nachkommen bereits in der Zucht verwendet wurden. Auf diese Art und Weise ist es möglich, dass das schlechte Gene über 3 oder mehr Generation unbemerkt weiter gereicht wurde. "

Dr. Hannes Lohi, Helsinki, 21.3.2007

* Anmerkung: Als "gesund" definiert Hannes Lohi Dalmatiner, die mindestens 7 Jahre alt sind (je älter desto besser) und keinen epileptischen Anfall hatten.

Was wird von dieser Studie erwartet?

- Informationen zur Häufigkeit von Epilepsie innerhalb unserer Rasse
- Die Erweiterung des Verständis der unterschiedlichen ”Formen” von Epilepsie
- Das Aufzeigen rassespezifischer Faktoren
- Das Erlangen von Erkenntnissen über den Vererbungsweg (rassespezifisch) und daraus resultierende mögliche Zuchtempfehlungen
- Möglichkeiten zur Optimierung der Medikation, Behandlung und Umwelteinflüsse
- Gentest:
- eindeutige Identifizierung von Trägern und Nicht-Trägern
- Züchter brauchen keine unnötigen Risiken ein zu gehen
- Epilepsie kann ausgelöscht werden
- Genpool kann breit gehalten werden

Wichtige Anmerkung der Seitenbetreiber:

Wir möchten darauf hinweisen, dass Dalmatinern zusammen mit vielen anderen Hunderassen zu den Hunderassen gehören, die an Epilepsie erkranken können. Epilepsie kommt auch bei Wölfen vor und ist eine Erkrankung, die es seit Millionen von Jahren gibt.

Epilepsie ist NICHT künstlich in den einzelnen Hunderassen entstanden, und erst recht nicht in den einzelnen Linien, sondern wurde über den Wolf in diese eingebracht, als man begann durch Innzucht die Hunderassen zu kreieren und versch. Allele zu "verlieren".

Epilepsie wird jedoch jetzt zu einem Problem, weil nach 400 Jahren Rassehundezucht die Häufigkeit dieser Erkrankung durch die geschlossenen und isolierten Genpoole zwangsweise zu nimmt und betriebenes Matadorbreeding der letzen Jahre zu weiteren Verlusten von "Allelen" geführt hat.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Dalmatiner nicht häufiger an Epilepsie erkranken als andere Hunderasen auch, und dass finnische Dalmatiner NICHT stärker von Epilepsie betroffen sind als die Dalmatiner ander Länder auch.

Email: epidal@dalmatiner.org